Erste Schritte mit Android Studio
German (Deutsch) translation by Jamie Lay (you can also view the original English article)
Android Studio ist eine relativ neue IDE (integrierte Entwicklungsumgebung), die von Google für Android-Entwickler frei zur Verfügung gestellt wird. Android Studio basiert auf IntelliJ IDEA, eine IDE die ebenfalls eine gute Android-Entwicklungsumgebung bietet. In diesem Tutorial werde ich dir zeigen, wie du ein neues Android-Projekt erzeugst und die Features, die Android Studio zu Bieten hat, dir zu Nutze machen kannst.
1. Projekt-Einstellungen
Bevor du anfangen kannst, Android Studio zu erkunden, musst du es zuerst herunterladen und installieren. Beachte, dass du JDK 6 oder höher installiert haben musst. Wenn du ein Windows-Nutzer bist, starte die .exe-Datei und folge den Schritten im Setup-Wizard. Wenn dein System auf OS X läuft, mounte das Disk-Image mit einem Doppelklick und ziehe Android Studio in deinen Applications-Ordner.
Wenn du die oberen Schritte erfolgreich durchgeführt hast, sollte deine Entwicklungsumgebung richtig eingerichtet sein. Du bist nun bereit, deine erste Android-App mit Android Studio zu erstellen. Beim ersten Start von Android Studio sollte dir eine Willkommensoberfläche präsentiert werden, die dir eine Vielzahl von Auswahlmöglichkeiten bietet, um direkt loszulegen.



In diesem Tutorial werden wir die New Project Option auswählen. Im Falle, dass du ein Projekt, z. B. aus Eclipse, nach Android Studio importieren möchtest, kannst du natürlich auch Import Project auswählen. Android Studio wird das Eclipse-Projekt zu einem Android-Studio-Projekt konvertieren und die nötigen Konfigurationsdateien für dich hinzufügen.
Wenn du Open Project aus der Liste der Optionen anwählst, kannst du Projekte öffnen, die entweder mit Android Studio oder IntelliJ IDEA erstellt wurden. Indem du Check out from Version Control wählst, kannst du eine Kopie deines Projekts auschecken, das unter Versionverwaltung steht. Das ist eine tolle Möglichkeit, um sich anhand eines existierenden Projekts schnell einzuarbeiten.
Damit wir loslegen können, wähle New Project aus der Liste der Optionen. Das wird dir eine Liste von Auswahlmöglichkeiten zeigen, um dein neues Projekt zu konfigurieren. In diesem Tutorial werden wir eine einfache Anwendung erstellen, um dir einige der wichtigsten Features von Android Studio zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass wir uns einig sind, dass es keinen besseren Namen für unser Projekt gibt als HelloWorld.



Wie du im obigen Screenshot sehen kannst, habe ich meine Anwendung HelloWorld genannt und den Modulnamen auf HelloWorld gesetzt. Wenn du mit IntelliJ IDEA nicht vertraut bist, wirst du dich wahrscheinlich fragen, was ein Modul ist. Ein Modul ist eine diskrete Funktionalitätseinheit, das auf unabhängiger Weise kompiliert, ausgeführt, getestet und gedebuggt werden kann. Module beinhalten Quellcode, Build-Scripts, und alles andere, das für ihre spezifische Aufgabe erforderlich ist.
Beim Erzeugen eines neuen Projekts kannst du auch den Package-Namen deines Projekts einstellen. Standardmäßig setzt Android Studio das letzte Element des Package-Namens des Projekts auf den Namen des Moduls, allerdings kannst du es so ändern, wie es dir beliebt.
Die anderen Einstellungen sind der Speicherort des Projekts auf deiner Maschine, das Minimum- und Ziel-SDK, das SDK, mit dem dein Projekt kompiliert wird, und das Theme des Projekts. Du kannst in Android Studio auch eine Activity-Klasse und ein benutzerdefiniertes Launch-Icon anlegen, und festlegen, ob das Projekt GridLayout, Fragmente, einen Navigation Drawer oder eine Action Bar unterstützt.
Wir werden kein benutzerdefiniertes Icon für diese Anwendung erstellen, daher kannst du den Haken im Feld mit der Beschriftung Create custom launch icon entfernen. Klicke Next, um mit den Einstellungen deines Projekts fortzufahren.
Da wir im vorherigen Schritt das Feld Create activity angewählt haben, wirst du aufgerufen, die Activity-Klasse, die Android Studio für dich erstellen wird, zu konfigurieren.



Da wir mit einer leeren Activity-Klasse anfangen werden, kannst du auf Next klicken, um zum nächsten Schritt im Setup-Verfahren zu gelangen, wo du nach der Bezeichnung der Activity-Klasse, des Main Layouts und des Fragment Layouts gefragt wirst. Du kannst auch den Navigationstypen festlegen, welchen wir für dieses Projekt bei None belassen. Sieh dir den nächsten Screenshot an, um zu überprüfen, wie deine Einstellungen auszusehen haben.



Nachdem Finish geklickt worden ist, wird dir das User Interface von Android Studio präsentiert, mit dem Project Explorer auf der linken und dem Workspace auf der rechten Seite. Mit deinem eingerichteten Projekt in Android Studio ist es nun an der Zeit, ein paar der Schlüssel-Features von Android Studio auszukundschaften.



2. Android Virtual Devices
Ein Android Virtual Device oder AVD ist eine Emulator-Konfiguration, die dir erlaubt, ein Android-Gerät zu simulieren. Das macht es um Einiges einfacher, Apps auf einer Bandbreite von Geräten auszuführen und zu testen. Mit einem virtuellen Android-Gerät kannst du die Hardware und Software spezifizieren, welche der Android Emulator zum Emulieren benötigt.
Der vorzuziehende Weg, ein Android Virtual Device zu erstellen, ist über den AVD Manager, den du in Android Studio über Android > AVD Manager im Tools Menü aufrufen kannst.



Wenn deine Entwicklungsumgebung korrekt eingerichtet ist, dann sollte der Android Virtual Device Manager so ähnlich wie im unteren Screenshot aussehen.



Um ein neues AVD zu erzeugen, klicke auf New... auf der rechten Seite, benenne das AVD, und konfiguriere das virtuelle Gerät wie unten gezeigt. Klicke OK, um dein erstes AVD zu erstellen.



Um dein neu erstelltes AVD zu benutzen, wähle es aus der Liste im AVD Manager aus, und klicke Start... auf der rechten Seite. Wenn dein AVD ordnungsgemäß eingerichtet ist, sollte der Android Emulator starten, wie im unteren Screenshot gezeigt.



Nun da der Android Emulator betriebsbereit ist, ist es Zeit deine App zu starten, indem Run 'helloworld' im Run-Menü ausgewählt wird. So einfach geht's, um eine Anwendung im Android Emulator zu starten.



3. Live Layout
Das Live Layout Feature in Android Studio erlaubt es dir, das User Interface deiner App in der Vorschau zu betrachten, ohne sie auf einem Endgerät oder im Emulator laufen lassen zu müssen. Das Live Layout Feature ist ein starkes Tool, das dir förmlich Stunden spart. Dein App User Interface zu betrachten, geht viel schneller mit Live Layouts.
Um mit Live Layouts zu arbeiten, doppelklicke die XML-Layout-Datei und wähle den Text-Tab am unteren Ende des Workspaces. Wähle den Preview-Tab auf der rechten Seite des Workspaces, um das aktuelle Layout in der Vorschau anzeigen zu lassen. Jegliche Änderungen, die du am XML-Layout vornimmst, wird in der Vorschau auf der rechten Seite wiedergegeben. Werfe einen Blick auf den unteren Screenshot, um eine bessere Vorstellung dieses schnieken Features zu bekommen.



Es gibt eine Vielzahl anderer Vorteile des Live Layout Features, die erwähnenswert sind. Zum Beispiel kannst du eine Variante des XML-Layouts, an dem du gerade arbeitest, erstellen, indem eine Option aus dem ersten Menü im Preview-Fenster ausgewählt wird. Zum Beispiel kannst du getrennte Views für Porträt und Landscape erstellen, und Android Studio wird die notwendigen Ordner und Dateien für dich erzeugen.
Die zweite Menüleiste im Preview-Fenster erlaubt es die, die Größe des Endgeräts, das im Preview-Fenster gezeigt wird, zu ändern. Der dritte Menüpunkt erlaubt es dir, die Orientierung des Geräts, das im Preview-Fenster angezeigt wird, zu ändern, was die Vorschau des Layouts in verschiedenen Orientierungen und verschiedenen Themes erleichtert.
Der vierte Menüpunkt im Preview-Fenster erleichtert den Zugriff auf die Activity oder das Fragment, in welchem das Layout benutzt wird. Das Preview-Fenster ermöglicht auch das Ändern der Sprache im Live Layout, um es einfacher zu gestalten, sich ein Layout in verschiedenen Sprachen vorab anzuzeigen. Der Menüpunkt ganz rechts ermöglicht das Ändern der API-Version.
Das Preview-Fenster beinhaltet auch Steuermöglichkeiten, um in ein Layout hineinzuzoomen, das Preview-Fenster erneut zu laden oder einen Screenshot zu erstellen.
4. Vorlagen
Android Studio stellt eine Vielzahl von Vorlagen für Entwickler zur Verfügung, um die Entwicklung zu beschleunigen. Diese Vorlagen erstellen automatisch eine Activity und die notwendigen XML-Dateien. Du kannst diese Vorlagen verwenden, um eine einfache Android-App zu kreieren, welche du dann auf einem Endgerät oder im Emulator starten kannst.
Mit Android Studio kannst du eine Vorlage erstellen, wenn du eine neue Activity erzeugst. Mache einen Rechtsklick auf den Package Namen im Projekt-Navigator auf der linken Seite, wähle New aus dem Menü aus, und klicke auf Activity in der Liste der Optionen. Android Studio zeigt dir dann eine Liste von Vorlagen an, wie z. B. Blank Activity, Fullscreen Activity und Tabbed Activity.



Du kannst auch Image Asset aus dem Menü auswählen, welches dann einen Wizard startet, der dich durch den Erzeugungsprozess leitet. Lass mich dir zeigen, wie man eine neue Activity basierend auf der Login Activity Vorlage erzeugt. Selektiere die Login Activity Option in der Liste der Activity Vorlagen, um den Wizard zu starten.



Wie du im obigen Screenshot erkennen kannst, habe ich die Activity LoginActivity benannt, den Layout Namen auf activity_login gesetzt, und der Activity den Titel Sign In gegeben. Das Feld mit der Beschriftung Include Google+ sign in ist standardmäßig angekreuzt. Nimm das Häkchen wieder raus, da wir dieses Feature in unserem Beispiel nicht verwenden werden.
Du kannst optional den Hierarchical Parent der neuen Activity definieren. Dies führt dazu, dass du zurück navigieren kannst, wenn du am Endgerät auf den Zurück-Button tippst. Wir werden dieses Feld leer lassen. Sobald du auf Finish klickst, erstellt Android Studio die benötigten Dateien und Ordner für dich. Wenn alles gut verlaufen ist, dann solltest du eine neue Activity und Layout in deinem Projekt sehen.
Der nächste Schritt ist es, die neue Activity in der Manifest-Datei anzupassen, sodass sie als Haupt-Activity verwendet wird, sobald die App startet. Wie du in der Manifest-Datei unten sehen kannst, hat die LoginActivity-Klasse ihren eigenen Activity-Knoten.
1 |
<application
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2 |
android:allowBackup="true" |
3 |
android:icon="@drawable/ic_launcher" |
4 |
android:label="@string/app_name" |
5 |
android:theme="@style/AppTheme" > |
6 |
<activity
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7 |
android:name="com.tuts.HelloWorld.MainActivity" |
8 |
android:label="@string/app_name" > |
9 |
<intent-filter>
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10 |
<action android:name="android.intent.action.MAIN" /> |
11 |
|
12 |
<category android:name="android.intent.category.LAUNCHER" /> |
13 |
</intent-filter>
|
14 |
</activity>
|
15 |
<activity
|
16 |
android:name="com.tuts.HelloWorld.LoginActivity" |
17 |
android:label="@string/title_activity_login" |
18 |
android:windowSoftInputMode="adjustResize|stateVisible" > |
19 |
</activity>
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20 |
</application>
|
Um deine Anwendung dazu zu bringen, die eben erstellte LoginActivity zu starten, entferne den Activity-Knoten für die LoginActivity-Klasse und ersetze com.tuts.HelloWorld.MainActivity
durch com.tuts.HelloWorld.LoginActivity. Das Ergebnis ist, dass die Anwendung nun die LoginActivity-Klasse als ihre Haupt-Activity verwenden wird.
1 |
<application
|
2 |
android:allowBackup="true" |
3 |
android:icon="@drawable/ic_launcher" |
4 |
android:label="@string/app_name" |
5 |
android:theme="@style/AppTheme" > |
6 |
<activity
|
7 |
android:name="za.co.helloworld.LoginActivity" |
8 |
android:label="@string/app_name" > |
9 |
<intent-filter>
|
10 |
<action android:name="android.intent.action.MAIN" /> |
11 |
|
12 |
<category android:name="android.intent.category.LAUNCHER" /> |
13 |
</intent-filter>
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14 |
</activity>
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15 |
</application>
|
Wenn du deine Anwendung im Emulator errichtest und startest, solltest du eine ähnliche Oberfläche wie unten gezeigt sehen. Das heißt, dass wir erfolgreich die blanke Activity-Klasse durch die neu erzeugte LoginActivity-Klasse ersetzt haben.



5. Lint Tools
Deinen Code zu testen ist eine Sache, doch ist es mindestens genauso wichtig, beim Schreiben des Codes Best Practices anzuwenden. Das wird die Performance und die allgemeine Stabilität deiner App verbessern. Es ist auch wesentlich einfacher, ein gut strukturiertes Projekt in Stand zu halten.
Android Studio enthält Android Lint, ein statisches Analyseprogramm, das den Quellcode deines Projekts analysiert. Es kann potenzielle Bugs und andere Probleme in deinem Code ausfindig machen, welche der Compiler möglicherweise übersieht.
Der untere Screenshot zum Beispiel sagt uns, dass der LinearLayout in diesem Layout keinen Nutzen hat. Das Tolle an Android Lint ist, dass es dir einen Grund für die Warnung oder den Error angibt, was das Beheben oder die Lösung einfacher macht.



Es ist eine bewährte Vorgehensweise, Android Studio's Lint Tool immer wieder mal zu starten, um dein Projekt auf potenzielle Probleme hin zu überprüfen. Das Lint Werkzeug wird dir sogar sagen, ob du doppelte Bilder oder Übersetzungen hast.
Um das Lint Werkzeug zu benutzen, wähle Inspect Code... im Analyze-Menü in Android Studio, um den Prozess zu starten. Sobald Android Studio dein Projekt fertig geprüft hat, wird es dir die Ergebnisse unten im Fenster präsentieren. Beachte, dass auch Android Studio zusätzlich zu Android Lint eine Vielzahl an anderen Prüfungen durchführt. Um zu der Datei zu navigieren, in welcher das Problem lokalisiert worden ist, reicht ein Doppelklick auf eine Meldung.



6. Rich Layout Editor
Android Studio hat einen Rich Layout Editor, in welchem du User Interface Komponenten per Drag & Drop hineinziehen kannst. Auch kannst du dir Layouts in der Vorschau auf mehreren Bildschirm-Konfigurationen anzeigen lassen, so wie wir es ein wenig vorher in diesem Tutorial gesehen haben.
Der Rich Layout Editor ist einfach in der Verwendung. Als Erstes benötigen wir ein Layout, mit dem wir arbeiten. Navigiere zum layout-Ordner im res-Ordner deines Projekts, rechtsklicke auf den layout-Ordner, und wähle New > Layout resource file im Menü, das erscheint, aus.
Gebe dem neuen Layout einen Namen, setze sein Root-Element fest, und klicke auf OK. Android Studio wird das Layout automatisch im Editor auf der rechten Seite öffnen.



Am unteren Ende des Editors solltest du zwei Tabs sehen, Design und Text. Ein Klick auf den Text-Tab öffnet den Editor, der es dir erlaubt, Änderung am aktuell selektierten Layout vorzunehmen.
Ein Klick auf den Design-Tab öffnet einen anderen Editor, welcher dir eine Vorschau des Layouts anzeigt. Um ein Widget zum Layout hinzuzufügen, ziehe es aus der Liste der Widgets auf der linken in das Layout auf der rechten Seite hinein. So einfach ist das.



Zusammenfassung
In diesem Tutorial haben wir einen kurzen Blick auf die Schlüsselfunktionen von Android Studio geworfen. Es ist IntelliJ IDEA sehr ähnlich, enthält jedoch eine Vielzahl von wichtigen Erweiterungen, welche die Android-Entwicklung um Einiges einfacher, schneller und wesentlich angenehmer gestaltet.



